Ev. Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Bielefeld Matthäuskirche

PELUSA/CHILE

Pelusa ist das spanische Wort für Flusen. Hier bezeichnet es Kinder, die in extremer Armut leben und sich wie lästige Flusen fühlen, welche die Wohlhabenden von ihrer Kleidung abstreifen. Oft haben sie keine Familien mehr, werden dort misshandelt oder sind völlig verwahrlost. Mit solchen Kindern wurde die Arbeit begonnen.

Pelusa ist ein chilenisches Kinderhilfsprojekt in Santiago - Stadtteil Macul, am Rande eines Armenviertels. In seinem Einzugsbereich befinden sich drei weitere Armenviertel.

Pelusa ist in der Trägerschaft einer Stiftung:
Fundación de Beneficencia de los Sagrados Corazones (Wohltätigkeitsstiftung der Kongregation zu den Heiligen Herzen).

Pelusa war in der Aufbauphase bis Anfang des Jahres 2003 ein Patenschaftsprojekt der Stadt Bielefeld. Es wurde von vielen Bielefelder Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden, Institutionen und Privatpersonen ideell, materiell und finanziell kontinuierlich unterstützt. In Santiago war es vor allem die kleine katholische Basisgemeinde Espiritu Santo, die sich am Anfang verantwortungsbewusst und tatkräftig für das Projekt Pelusa eingesetzt hat.

Pelusa ist ein ökumenisches Projekt. Die evangelische Bodelschwinghgemeinde hat das Projekt von Anfang an unterstützt. Die Gemeinde hat Sozialarbeiter und Zivildienstleistende in die praktische Arbeit nach Santiago de Chile entsendet. Damit war ein ständiger Informationsfluss nach Bielefeld gewährleistet. Die Begleitung und Unterstützung wird auch nach der Fusion der Bodelschwinghgemeinde mit der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde weitergeführt.

Pelusa hat mit der praktischen Arbeit vor Ort im Oktober 1982 begonnen. Am 26. Dezember 1982 wurden die ersten 7 Kinder im Pelusa-Haus aufgenommen. Mit Hilfe der Spendengelder aus Deutschland wurde das Projekt in den darauf folgenden Jahren ständig weiter ausgebaut. Die Aufbauphase ist unauslöschlich mit den Namen des Bielefelder Sozialarbeiters Franz Klement und Madre Maria del Carmen als chilenische Leiterin des Projektes verbunden.

Pelusa erhielt:
1983 ein Wirtschaftsgebäude mit Küche, Speiseraum, Wirtschaftsräumen, sanitären Anlagen und einem multifunktionalen Saal,
1985 einen Kindergarten mit inzwischen 120 Kindern,
1989 ein Mehrzweckhaus mit Werkstätten, einer Bibliothek und Arbeitsräumen,
1990 ein Gesundheitszentrum für medizinische und psychologische Betreuung. Es wird heute auch für Büro- und Arbeitsräume genutzt.
1993 wurde eine Tageskrippe für Säuglinge und Kleinkinder eingerichtet,
1998 wurde ein Altenzentrum angegliedert.
2001: Die inzwischen 36 Mädchen aus dem Pelusa-Haus ziehen um in zwei neu errichtete Häuser, in denen sie in familienähnlichen Verhältnissen leben.

Pelusa heute
Seit Ende 2004 gab es einige gravierende Veränderungen im Pelusa Projekt.
Die Arbeit sieht heute so aus:

Der Kindergarten und die Kinderkrippe
In den Kindergarten kommen täglich 136 Kinder (3-6 Jahre) und in die Kinderkrippe 20 Kinder (vom Säuglingsalter bis zu 3 Jahren). Der Großteil der Kinder kommt aus den Armenvierteln, und die Eltern zahlen keinen Beitrag. Dafür helfen sie aber bei den notwendigen Renovierungen und Verschönerungen. Seit vielen Jahren hat der Kindergarten eine erfahrene und engagierte Leiterin, die eine anerkannt gute Arbeit macht.

Das Mädchenheim
Hier leben ständig 30 bis 36 Mädchen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren altersgemischt in den beiden Häusern. Sie haben keine Familien mehr oder kommen aus sehr erschreckenden Familienverhältnissen. Im Pelusa Projekt finden sie Brot und ein Zuhause. Sie gehen zur Schule und werden von engagierten Fachkräften auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet. Fast alle benötigen psychotherapeutische Hilfe.

Die Altentagesstätte
Etwa 50 Senioren aus großer Armut und Einsamkeit finden hier, was ihnen so sehr fehlt: Gemeinschaft, Beschäftigung und das tägliche Brot. Sie treffen sich in einem Haus in der Nähe des Projektes, das von der Kommune zur Verfügung gestellt wurde. Für Seniorenarbeit gibt es in Chile kaum finanzielle Unterstützung. Aber mit viel Liebe wird diese Arbeit trotz aller Schwierigkeiten weitergeführt.

Prag - Klimentgemeinde

Freske in der Klimentkirche in Prag - Foto Jan Splichal

Die Klimentkirche in Prag - Foto Jan Splichal

Gemeindepartnerschaft mit der Kliment-Gemeinde, Prag 

Die Kontakte zu den beiden Prager Gemeinden, nämlich der Kirche der „Böhmischen Brüder", der Kliment-Gemeinde in der Prager Altstadt und der Gemeinde Vršovice am Rande von Prag gehen auf die Impulse der Prager Friedenskonferenz auf dem Höhepunkt des Ost-West-Konfliktes (ca. 1961) zurück.

Die Eindrücke dieser Friedenskonferenz, an der auch friedensbewegte Bielefelder teilnahmen, führten über persönliche Kontakte nachhaltig zu dieser Gemeindepartnerschaft.

Zunächst wurden Besuche von Kleingruppen aus Bielefeld organisiert, auch mit dem Ziel, materielle Nöte in der sozialistischen Lebenswirklichkeit zu mildern. Darüber hinaus standen theologische Themen (u.a. Abendmahlsverständnis) im Vordergrund der Begegnungen. 

Unter den Bedingungen des Ost-West-Konfliktes war die Durchführung der Besuche stets ein Risiko. Begegnungen mit Gemeindegliedern konnten nicht öffentlich und nur privat stattfinden.

Antrieb für die Partnerschaft waren die Friedens- und Versöhnungsarbeit, theologische Diskussionen sowie solidarische Hilfe im kommunistischen System.

Es entwickelten sich intensive Beziehungen zu dem Prager Künstler Miroslav Rada aus der Gemeinde Vršovice und dem Fotokünstler Jan Šplíchal aus der Kliment-Gemeinde.

Die Bekanntschaft mit dem Prager Maler Miroslav Rada und dem Fotografen Jan Šplíchal führten ab 1986 u.a. in der früheren Matthäusgemeinde zu der Entscheidung, für ihre Kirche ein Altarwerk (Triptichon) in Auftrag zu geben und in der Bodelschwinghkirche zu dem Abendmahlsbild über dem Altar.

Die Kliment-Gemeinde ist eine Altstadtgemeinde mit einer mittelalterlichen Kirche mitten im Zentrum von Prag, nahegelegen an den vielen bekannten, bedeutenden Sehenswürdigkeiten Prags.

Nach der Wende (1989) folgten wiederholte, wechselseitige Gemeindebesuche mit Gruppen, sowie mehrere Ausstellungen der beiden Prager Künstler in Bielefeld.

Aktuelle Situation:

In den letzten Jahren gab es in zweijährigen Abständen gegenseitige Gemeindegruppenbesuche. Gesprächsthemen waren und sind u.a.: Erfahrungsaustausch über gemeindliche Entwicklungen, Fusionserfahrungen, Abendmahlsverständnis, Partnerschaftsentwicklungsmöglichkeiten, Austauschmöglichkeiten zwischen gemeindlichen Gruppe.

Durch die Großveranstaltung "Weite wirkt" unserer Ev. Kirche von Westfalen im Mai 2016, die im Vorfeld zum Lutherjubiläum stattfand, erhielt durch die Teilnahme einer Delegation aus der Kliment-Gemeinde die Partnerschaft neue Impulse. Eine junge Generation von Verantwortlichen der Gemeinde brachte neue Gedanken mit. Es folgten Besuche in Prag und Bielefeld, bei denen weitere Gedanken über die Zukunft ausgetauscht wurden. Es wurde verabredet, dass für die Zukunft folgende Themen in der Partnerschaft wichtig sein könnten:

1. Musik kann ein wichtiger "Brückenbauer" sein.

2. Arbeit/Angebot mit/fürJugend: gemeinsames Treffen
    • Fahrradtour
    • Flusswanderung (Kanu)

3. Thema "Versöhnung" ist noch nicht erledigt. Es gibt in Tschechien ein
    Wiedererstarken des  Nationalismus / Vertreibungsideologie. Die
    deutsch/tschechische Geschichte muss weiter besprochen und verarbeitet
    werden:
    • z.B. Reise durch Grenzgebiete mit Fachleuten

4. "Suchet der Stadt Bestes!" - Kirche in einer säkularisierten Welt.

Zu diesem Zweck gibt es die Partnerschaftsgruppe Kliment-Gemeinde, die an diesen Themen weiterarbeitet und eine nächste Begegnung in der Kliment-Gemeinde in der Zeit vom 12.-15.10.2018 vorbereitet.

Dietlinde Anger, Christoph Diestelhorst, Werner Matthes

Partnerschaftsreise zur Kliment-Gemeinde in Prag im Oktober 2018!

Von der Lutter an die Moldau 

Wir sind zurück - zurück von unserer Partnerschaftsreise zur Kliment-Gemeinde in Prag!

Vom 12.-15. Oktober reiste eine zwölfköpfige Gruppe unserer Gemeinde nach Prag, um die seit langem bestehende Partnerschaft mit neuem Leben zu füllen. Neben der Musik, - es fuhren sechs Mitglieder des Posaunenchores  mit - gab es auch einen inhaltlichen Gedankenaustausch über die gemeinsamen, verbindenden Themen unserer Gemeinden. So standen aktuelle theologische und politische Fragen im Mittelpunkt. Wir haben uns damit beschäftigt, welche Themen u. a. in der kommenden Zeit Inhalt unserer Treffen sein könnten:

·         Kirche in einer säkularisierten Welt - Suchet der Stadt Bestes

·         Vertreibung -Versöhnung (Welche Bedeutung hat Erinnerungsarbeit?)

·         Austausch über die Situation unserer Kirchengemeinden

·         Junge Familien in unserer Partnerschaft

·         Seid Willkommen! Flüchtlinge in unserer Gemeinde

 

Für den Gottesdienst am Sonntagmorgen, der das Thema "Wir singen" trug, war von Musikern beider Gemeinden in einem Workshop ein mitreißendes Programm für den Gottesdienst vorbereitet worden. Lesung und Fürbitten, vorgetragen von weiteren Mitgliedern unserer Gruppe, ergänzten den Gottesdienst. Welch ein Erlebnis!

Inhaltlich spielte in der Predigt das Siegel unserer Dietrich-Bonhoeffer-

Gemeinde, das die Symbole Bibel und Zeitung zeigt (siehe Kopfzeile dieser Homepage), eine bedenkenswerte Rolle. (Predigt siehe hier)

Zitat: "Stellt euch vor, zum Beispiel unsere Partnergemeinde aus Bielefeld, die haben auf ihrem Stempel keinen Engel, keine Glocke, kein Kreuz oder etwas Überirdisches, sondern Bibel und Zeitung. Wir wissen, dass wir beides bedenken müssen. Und wir wissen, was in der Welt geschieht." (Auszug aus d. Predigt)

Geprägt von großem, beiderseitigem Interesse auf Vertiefung der Partnerschaft, z.B. mit Musik sowie u. a. auch dem Thema "Familien im Alltag zwischen Kirche und Gesellschaft", wurden konkrete Verabredungen für das kommende Jahr getroffen:

vom 11. - 14. Oktober 2019 

wird es eine gemeinsame Partnerschaftsbegegnung

in unserer Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde

mit jungen Familien und Musikern der Kliment-Gemeinde geben.

 

Wir freuen uns auf die Begegnung und haben schon mit vorbereitenden Gedankenspielen begonnen!

 

Ein Augenzeug*innenbericht der Musiker des Posaunenchores erzählt dazu von den Eindrücken der Reise:                       (von Kathrin Bohrenkämper)

Gottes Blech in der goldenen Stadt

(Reiseprotokoll von den Teilnehmer*innen des Posaunenchors Sudbrack)

Fr.12.10. - 6:30 Uhr – Hauptbahnhof Bielefeld – Gleis 2

Sechs müde, aber gespannte Bläserinnen und Bläser spielen für Ruth Matthes ein Geburtstagsständchen.

Sa.13.10 - 15:30 Uhr - Loreto-Kloster, Hradschin - Prag

Unser „goldener Schall“ fällt von der Empore in den barocken Raum der Loreto-Kirche auf dem Hradschin. Gemeinsam mit der tschechischen Konzertorganistin Jirina Dvorakova musizieren wir Stücke von Bach und Mozart.

So.14.10. - 9:30 Uhr – St. Kliment-Kirche – Prag

Am Sonntag erklingt ein unsere Gemeinden verbindendes vierchöriges Gloria auf modernen Blech- und historischen Holzblasinstrumenten arrangiert von Michael Properius, einem Mitglied der Gemeinde.

Gelungener Gleichklang auf musikalischer und zwischenmenschlicher Ebene!

Wir freuen uns auf die Fortsetzung des partnerschaftlichen Austausches zwischen der Kliment-Gemeinde und der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde im Oktober 2019 in Bielefeld.

Ü Achtung Û

Am 20. Februar 2019 laden wir um 19.30 Uhr im Dietrich Bonhoeffer-Zentrum, Am Brodhagen 36 zu einer Informationsveranstaltung über diesen Partnerschaftsbesuch ein.

 

Christoph Diestelhorst

QUILMES/LAPLATA/ARGENTINIEN

In Buenos Aires
Quilmes und Florencio Varela liegen im Süden des Großraums Buenos Aires. Auf der Suche nach Arbeit lassen sich hier viele Arbeitslose aus dem Landesinneren und den nördlichen Nachbarstaaten nieder.
Sie leben auf besetztem Land, im Überschwemmungsgebiet und in großen Armutsquartieren.

Die um 1900 gegründete, ursprünglich deutschsprachige Ev. Gemeinde in Quilmes  und Florencio Varela sah sich durch die Verelendung großer Teile der argentinischen Gesellschaft in den letzten Jahrzehn-ten vor neuen Herausforderungen. Mit pro-fessioneller Kinder- und Elternbetreuung sowie Berufsausbildungsangeboten und Freizeitaktivitäten mit Jugendlichen versucht sie, auf die Nöte in der Umgebung einzuwirken.


Quilmes
Natalja, früher selbst Kindergartenkind in Quilmes, bringt ihre Tochter Priscila vertrauensvoll wieder in die Kindertagesstätte „Jardines Quilmes“.
Etwa 130 Kinder im Alter von drei Monaten bis sechs Jahren werden in den beiden Einrichtungen der Gemeinde „Los Angelitos“ und  „El Arca de los Niños“  
täglich 10 Stunden betreut. Außer Spielen und Lernen bedeutet das für die Kinder auch jeden Tag ein gesundes Mittagessen  in behüteter Umgebung.
Freiwillige aus Deutschland helfen regelmäßig bei der Kinderbetreuung. Der Kon-takt zur Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Bielefeld besteht seit über 20 Jahren, begründet durch Studienaufenthalte in Buenos Aires von Mitgliedern der früheren Matthäusgemeinde.

Florencio Varela
Auch die Mütter machen gemeinsam neue Erfahrungen bei Gesprächen, Handarbeiten und Informationsaustausch. Sie erhalten durch geschulte Psychologen Hilfe bei Erziehungsproblemen und tragen vielfältig zur Gestaltung des Jahresablaufs der Kindertagesstätte bei.
Spielend lernen die Schulkinder - hier beim Backen.
Die Musikband stärkt das Selbstvertrauen der Jugendlichen.

„Die Kinder sollen sich bei uns angenommen fühlen und voller Vertrauen ihre Fähigkeiten entdecken und Selbständigkeit  entwickeln.“ - Claudia Lohff-Blatezky, Leiterin der Kinder-tagesstätte „Jardines Quilmes“

Pragreise zur Klimentgemeinde im Oktober 2018

Reisebericht, Bildergalerie und Predigt zu dieser Reise finden Sie hier.

Bibelwoche in der 1. Januarwoche 2019

Mit dem Thema "Galaterbrief: Leseversuche" kam Frau Professorin Dr. Brigitte Kahl vom 2. bis 6. Januar in unsere Gemeinde.  Einen Rückblick finden Sie hier.

Predigtreihe 2018: Die Schöpfungserzählungen im 1. Buch Mose

Gründung der Umweltgruppe Grüner Hahn

Es werden noch Interessierte zur Mitarbeit gesucht. Nähere Informationen finden Sie unter dem Reiter "Gruppen - Umweltgruppe Grüner Hahn" oder durch Klick auf den grünen Hahn.